Bergenhusen.NABU.de Forschung Wiesenvögel Berichte
Intensiv-Landwirtschaft bedroht Feldvögel
Vögel der Agrarlandschaft
Bestand, Gefährdung und Schutz
Durch den Pestizideinsatz wird das Nahrungsangebot der Vögel verringert.
Die NABU-Studie macht drei größere Gefährdungsgruppen für die aktuelle Situation der Feldvögel verantwortlich: So leiden Vögel, die auf Äckern brüten oder dort ihre Nahrung suchen, an den für die Intensivnutzung typischen Kennzeichen wie Pestizideinsatz, fehlende Randstreifen, geringe Kulturvielfalt und überdimensionierte Ackergrößen. Ferner sind Feldvögel auch auf bestimmte Strukturen wie Gehölze oder Streuobstwiesen angewiesen, deren Verschwinden einigen Arten in den letzten Jahrzehnten ebenfalls zugesetzt hat. Und schließlich haben Veränderungen bei der Grünlandwirtschaft - wie etwa Trockenlegungen, intensivere Mähtechniken bis hin zum Verschwinden eines dorfnahen Grünland - im Zusammenspiel mit einem erhöhten Brutverlust durch Beutegreifer zur aktuellen Situation beigetragen.
"Den akut vom Aussterben bedrohten Arten kann zurzeit nur durch ein gezieltes Management in Schutzgebieten oder mit Vertragsnaturschutz geholfen werden", so Hötker. Um den Trend bei den Feldvögelbeständen umzukehren, schlägt der NABU Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen vor. Im Ackerbau müssen demnach Pestizide reduziert, Ackerrandstreifen angelegt, Flächen stillgelegt und verkleinert sowie die Kulturvielfalt erhöht werden. Bestehende Streuobstwiesen, Hecken, Gehölzstreifen, aber auch abwechslungsreiche dörfliche Strukturen müssten erhalten werden. Im Grünlandbereich müssen zukünftig feuchte Niederungen oder Magerrasen geschützt und nestschonende Mähtechniken eingeführt werden. "Eine weitere Ausdehnung des ökologischen Landbaus kann zudem für eine Reihe von Arten wie die Feldlerche positive Entwicklungen einleiten", so Hötker.
Mehr zum Thema
Studie: Feldvögel der Agrarlandschaft (PDF, 2,7 MB)
Rote Liste der Brutvögel Deutschlands
Für Rückfragen
Dr. Hermann Hötker
NABU-Vogelschutzexperte
Tel. 04885 - 570
eMail: Dr. Hermann Hötker
Die Erstellung und Veröffentlichung der Studie wurde ermöglicht durch die Gregor Louisoder Umweltstiftung.

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