Bergenhusen.NABU.de Forschung Wiesenvögel
Wiesenvögel
Beutegreiferuntersuchung
Ein Projekt mit vielen neuen Erkenntnissen
Seit Frühjahr 2009 führt das Michael-Otto-Institut im NABU verschiedene Untersuchungen zum Prädatorvorkommen in Schleswig-Holstein durch. Hierbei wurden für die Dauer des Brutgeschäftes Outdoor-Kameras aufgestellt, um das Geschehen am Gelege zu dokumentieren. Dabei sind einige interessante "Snapshots" entstanden. Schauen Sie sich hier eine kleine Auswahl an.
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Naturschutz und Landwirtschaft
NABU-Projekt mit Landwirten
Nicht nur Naturschützer sondern auch viele naturverbundene Landwirte bemerken und beklagen den Rückgang von Rebhühnern, Kiebitzen, Feldlerchen und anderen Vögeln der Feldflur. Auch früher häufige Ackerkräuter sind heute fast vollständig aus der Landschaft verschwunden. Einige Landwirte in Schleswig-Holstein und das Michael-Otto-Institut im NABU wollen nun einen neuen Weg gehen, um den Artenschwund in Feld und Flur zu stoppen. Mit freiwilligen, gemeinsam entwickelten Maßnahmen soll die Artenvielfalt im ländlichen Raum gefördert werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die BINGO-Umweltlotterie unterstützen das Vorhaben. Landwirtschaftsminister von Boetticher, Schirmherr des Projekts, gab den Startschuss am 08.02.08 auf dem Schäferhof in Appen.
Obwohl Landwirte ihre Betriebe in erster Linie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausrichten müssen, bestehen häufig viele Möglichkeiten, ohne großen Aufwand etwas für die Natur zu tun. "Wenn es gelingt, gemeinsam in ganz Deutschland viele kleine Schritte zu tun und viele Mitstreiter zu finden, werden wir in der Lage sein, auch in der Agrarlandschaft den Artenrückgang zu stoppen" meint Dr. Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU.
Zunächst einmal soll in drei schleswig-holsteinischen Regionen (Pinneberg, Rendsburg und Stapelholm) ausprobiert werden, wie weit diese Idee trägt. Für dieses Pilotprojekt werden interessierte Landwirte gesucht, die bereit sind, mit NABU-Mitarbeitern über mögliche Maßnahmen auf ihren Betrieben zu sprechen. Es gilt dabei das Prinzip der Freiwilligkeit. "Wir haben Ideen, aber keine fertigen Konzepte", meint Angela Helmecke, die wissenschaftliche Betreuerin des Projektes, "alle Maßnahmen sollen vor Ort gemeinsam mit den Landwirten besprochen und entwickelt werden. Dabei gilt es möglichst viel voneinander zu lernen". "Oft muss man nur gemeinsam genau hinsehen, um Dinge zu entdecken, die im Sinne der Natur verändert werden können ohne den landwirtschaftlichen Betrieb zu beeinträchtigen" ergänzt Hans Ewers, der für den NABU Ansprechpartner im Kreis Pinneberg ist.
"Ich freue mich, dass mit diesem Vorhaben ein gemeinsamer Weg von Landwirtschaft und Naturschutz beschritten werden soll - zum Wohle der Natur", betont Landwirtschafts- und Umweltminister Christian von Boetticher. "Ich bin mir sicher, dass sich viele Landwirte beteiligen werden und sich beim Michael-Otto-Institut in Bergenhusen oder auch bei uns melden werden. Je größer die Resonanz bei den Landwirten ist, desto mehr können wir gemeinsam erreichen!".
Auf einem Rundgang über den Schäferhof lobte der Minister die Naturschutzleistungen, die hier bereits schon jetzt erbracht werden. Außerdem zeigte er sich beeindruckt von dem sozialen Engagement der Einrichtung. Dort wird in einem Kooperationsprojekt durch die Stiftung Hamburger Arbeiter-Kolonie und das Lebenshilfewerk Pinneberg Arbeit, Beschäftigung und Qualifizierung für behinderte und sozial benachteiligte Menschen ermöglicht. Der Landwirtschaftbetrieb des Schäferhofs ist konventionell ausgerichtet und arbeitet nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Interessierte Landwirte melden sich bitte bei: Angela Helmecke, Michael-Otto-Institut im NABU , Tel: 04885 570, Mobil: 0172-5467350, Email: Angela Helmecke
NABU stellt Aktionsplan Feuchtwiesen vor
Sind Kiebitz, Uferschnepfe und Co noch zu retten?
Feuchtwiesen prägten noch vor wenigen Jahrzehnten die norddeutsche Kulturlandschaft. Heute sind sie in ihrer Existenz akut bedroht. Und mit ihnen ihre Bewohner - viele seltene Tier- und Pflanzenarten wie Kiebitze, Uferschnepfen und Brachvögel Kleinseggen drohen aus Deutschland zu verschwinden. Das Michael-Otto-Institut im NABU hat mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) nun die wichtigsten Fakten und Erfahrungen über den Schutz von Feuchtwiesen zusammengestellt. Das Fazit ist: Die Schutzbemühungen waren bisher noch nicht ausreichend, um den dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen. Aber es gibt einige vielversprechende Schutzansätze, die weiter verfolgt werden müssen.
Nach wie vor ist die Bestandssituation vieler Brutvogelarten der Feuchtwiesen alarmierend. Kampfläufer und Alpenstrandläufer stehen sogar kurz davor, als Brutvögel in Deutschland zu verschwinden. Die früher häufige Uferschnepfe ist mittlerweile in den Kreis der weltweit gefährdeten Vogelarten aufgenommen worden. Ihr Brutbestand nahm in Deutschland seit 1990 um mehr als die Hälfte ab. Wesentliche Ursache dafür ist die intensive Landwirtschaft. Feuchtwiesen haben für sie kaum noch eine wirtschaftliche Bedeutung. So können Feuchtwiesen vielerorts nur dort erhalten werden, wo sie entweder in Schutzgebieten gepflegt werden, oder Landwirte für naturverträgliche und weniger profitable Wirtschaftweisen einen Ausgleich erhalten.
Mit Unterstützung der DBU konnte das Michael-Otto-Institut im NABU den Aufwand und den Erfolg von insgesamt 90 Schutzprojekten aus dem In- und Ausland recherchieren. Hinzu kamen viele Daten über Bestandsentwicklung und Bruterfolg der Wiesenvögel. Die wichtigsten Ergebnisse sind jetzt in einer Broschüre mit dem Titel "Aktionsplan Feuchtwiesen" zusammengestellt. Die Studie zeigt auf, dass Schutzmaßnahmen bisher auf zu geringer Fläche stattfanden und dass aber auch nicht alle Naturschutzmaßnahmen zum erwünschten Erfolg führten. "Einerseits ist es wichtig, die Lebensbedingungen für Wiesenvögel und Feuchtwiesenpflanzen wieder herzustellen," sagt Hermann Hötker vom Michael-Otto-Institut im NABU "Dass bedeutet vor allem, die Wasserstände zu erhöhen. Andererseits muss eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten erreicht werden, damit die Wiesen langfristig gepflegt werden können".
Durch den internationalen Vergleich wird deutlich, dass es keine Patentrezepte im Feuchtwiesenschutz gibt, sondern dass je nach Beschaffenheit des Gebietes unterschiedliche Aktivitäten sinnvoll sind. Allerdings zeigt die Broschüre einige Handlungsfelder auf, in denen mit vergleichsweise geringem Aufwand große Effekte erzielt werden können. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen in Küstennähe und Projekte zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz.
"Der verbesserte Bruterfolg der letzten Jahre bei einigen Vogelarten in Schutzgebieten ist ein kleiner Hoffnungsschimmer," so NABU Experte Hermann Hötker. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob damit schon eine Trendwende eingeleitet wurde. Sicher ist, dass dem Schutz der Feuchtwiesen auch weiterhin eine hohe Aufmerksamkeit gelten muss.
Ansprechpartner: Dr. Hermann Hötker
Den Aktionsplan Feuchtwiesen kann man jetzt über den NABU Info-Service -
NABU Naturshop unter der Bestellnummer 5101 bestellen.
Link zur Bestellliste im NABU-Naturshop
Hier können Sie die gesamte Broschüre als PDF herunterladen
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Hier können Sie den dazu gehörigen detaillierten Forschungsbericht (99 Seiten) mit Anlagen herzunterladen:
Der Forschungsbericht (PDF)
Anhang 1 bis 2 (PDF)
Anhang 3 (PDF)
Anhang 4 bis 6(PDF)
Wiesenvögel
Projekte & Ergebnisse
Kiebitz auf Eiderstedt
Die Wiesenvögel gehören zu den Agrarvögeln. Es handelt sich dabei um Arten, die im Grünland brüten wie z.B. Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel. Sie sind durch eine zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und der damit einhergehenden Entwässerung bedroht. Das Michael-Otto-Institut in Bergenhusen untersucht die Gefährdungsursachen im Detail mit dem Ziel, Schutzkonzepte für diese stark abnehmende Vogelgilde zu entwickeln. Im Zentrum der Untersuchungen stehen die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge und die Halbinsel Eiderstedt.
Gerade für die Halbinsel Eiderstedt besteht im Jahr 2003 Handlungsbedarf. Diese Region hat eine besondere Bedeutung für viele gefährdete Vogelarten wie z.B. Trauerseeschwalbe und Uferschnepfe. Der Lebensraum dieser Arten wird durch den Umbruch von Grünland in Ackerland akut bedroht. Die vom Michael-Otto-Institut durchgeführten Untersuchungen sollen zur Entwicklung eines Schutzkonzeptes für die gefährdeten Tierarten dieser Region führen. Das Projekt wird vom Land Schleswig-Holstein finanziert.
Ansprechpartnerin: Heike Jeromin
Feuerwehrtopf
Erfolgreicher Wiesenvogelschutz - gemeinsam mit der Landwirtschaft
Kiebitz, Uferschnepfe, Bekassine, Großer Brachvogel gehören zur Gilde der Wiesenvögel. Trotz intensiver Schutzbemühungen und hohem finanziellen Aufwand sind ihre Bestände zumeist stark rückläufig. In der Sorgeniederung (Kreis Schleswig-Flensburg) wurden 2004 vergleichende Untersuchungen zu den Rückgangsursachen der Wiesenvögel im Naturschutzgebiet Alte Sorge-Schleife und im Meggerkoog, ein im bäuerlichen Besitz befindlicher Grünlandkoog, im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Natur und Landwirtschaft des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt. Das Projekt hatte den Titel "Feuerwehrtopf" Bewertung und Weiterentwicklung einer flexiblen Variante des Vertragsnaturschutzes am Beispiel des Meggerkoogs und der Alten Sorge-Schleife und wird auch 2005 fortgeführt.
Bewirtschaftungsempfindliche Arten wie die Bekassine können demnach erfolgreich im Naturschutzgebiet geschützt werden. Arten, die kurzbewachsene Flächen bevorzugen wie Kiebitz und Uferschnepfe, scheinen aber nur eingeschränkt von den dort durchgeführten Maßnahmen zu profitieren.
Durch die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz konnte für diese Arten ein neues Schutzkonzept im Meggerkoog entwickelt werden. Aufgrund der intensiven Bewirtschaftung und günstiger Standortbedingungen (niedrige Lage und dadurch feuchte Böden) treffen die Vögel im Frühjahr einen geeigneten Brutlebensraum an. Ohne einen Schutz vor Verlusten durch landwirtschaftliche Aktivitäten wäre der Bruterfolg jedoch gering.
Seit dem Jahr 2000 konnten Landwirte auf Flächen mit einem hohen Wiesenvogelbestand freiwillig einen Bewirtschaftungsvertrag für ein Jahr abschließen. Der Landwirt verpflichtete sich dabei, die Nutzung dieser Fläche mit dem örtlichen Naturschutzverein und einer NABU-Mitarbeiterin abzusprechen und die Bearbeitung einzuschränken, solange dort Wiesenvögel brüten. Aufgrund der Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Schutzmaßnahmen zu einem hohen Bruterfolg führen können.
Insgesamt scheint aber eine flexible Variante des Vertragsnaturschutzes ein erfolgversprechendes Schutzkonzept für wiesenbrütende Limikolen zu sein. Derzeit befindet sich ein entsprechendes Vertragsmuster zur Prüfung auf Förderung bei der EU-Kommission ("gemeinschaftlicher Wiesenvogelschutz").
Ansprechpartnerin: Heike Jeromin
Bericht zum Herunterladen
Intensiv-Landwirtschaft bedroht Feldvögel
NABU-Studie belegt: Die intensive Landwirtschaft ist die wichtigste Ursache für den dramatischen Bestandesrückgang von Feldvögeln.
Der NABU weist auf die dramatischen Bestandsrückgänge vieler heimischer Feldvogelarten hin. In Deutschland müssen derzeit über 65 Prozent der in der Agrarlandschaft heimischen Feldvögel auf der Roten Liste der Brutvögel geführt werden. "In einigen Teilen Deutschlands sind ehemals typische und häufige Arten wie Rebhuhn, Kiebitz oder Feldlerche bereits ganz verschwunden", sagte NABU-Vogelexperte Hermann Hötker. Eine vom NABU vorgelegte Studie belegt, dass die Intensivierung der Landwirtschaft die mit Abstand wichtigste Ursache für die teilweise tragischen Entwicklungen ist.
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